Fassadensanierung im Zinshaus: Leitfaden für Hausverwaltung und Eigentümergemeinschaft
Wie eine Fassadensanierung im Wiener Zinshaus abläuft: Beschlussfassung nach WEG, Angebotsvergleich, Rücklage, Förderung, Bauzeit und Kommunikation mit Mietern.

Bei einem Zinshaus entscheidet nicht eine Person, sondern eine Gemeinschaft. Genau deshalb scheitern Fassadensanierungen in Wien seltener am Geld als an unklaren Angeboten und schlechter Kommunikation. Dieser Leitfaden zeigt Hausverwaltungen und Eigentümern, wie das Projekt sauber durchläuft.
1. Zustandsanalyse statt Bauchgefühl
Am Anfang steht ein Befund: Putzfestigkeit, Risse, Feuchtigkeit, Stuckzustand, Blechteile, Sockel. Wir erstellen eine Schadenskartierung mit Fotos, die in der Eigentümerversammlung als Grundlage dient – und die Diskussion versachlicht.
2. Angebote, die vergleichbar sind
Ein Angebot für die WEG braucht ein Leistungsverzeichnis mit Massen (m² Putz, lfm Gesims, Stück Ornament), klaren Preisen, Bauzeit, Gerüststandzeit, Zahlungsplan und Gewährleistung. Wir liefern zusätzlich Varianten: Minimalsanierung, Standard, mit Dämmung – damit die Gemeinschaft entscheiden kann.
3. Beschluss nach WEG
Eine Fassadensanierung zählt als ordentliche Verwaltung (Erhaltung), wenn sie den Bestand sichert; die Mehrheit der Anteile genügt. Wird gedämmt oder das Erscheinungsbild wesentlich verändert, kann außerordentliche Verwaltung vorliegen – hier lohnt die Abstimmung mit dem Verwalter oder Rechtsbeistand. Die Kosten werden aus der Rücklage bzw. über eine Sonderumlage oder ein Sanierungsdarlehen gedeckt.
4. Förderung rechtzeitig sichern
Der wohnfonds_wien fördert Sanierungen von Wiener Wohnhäusern; der Sanierungsbonus des Bundes kommt bei thermischen Maßnahmen dazu. Beide brauchen den Antrag vor Baubeginn – planen Sie 2–4 Monate Vorlauf ein.
5. Bauphase und Mieterkommunikation
Wir informieren Mieter per Aushang über Gerüstaufbau, Lärmzeiten und Dauer, sichern Eingänge mit Schutzdächern und halten wöchentlich einen kurzen Baustellenbericht für die Verwaltung bereit. Typische Bauzeit: 4–10 Wochen.
6. Abnahme und Gewährleistung
Gemeinsame Abnahme mit Protokoll, Dokumentation der verwendeten Systeme, 10 Jahre Gewährleistung auf Putz- und Dämmarbeiten. Auf Wunsch ein Wartungsvertrag für Reinigung und Kontrolle alle 5 Jahre.
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